Langer Weg zum Rücktritt: Die Chronologie der Causa Ruck
November 2025
Manfred Juraczka, ehemals Chef der Wiener ÖVP, gibt bekannt, dass er den Posten als zweiten Geschäftsführer der städtischen Wiener Wirtschaftsagentur antritt. Das sorgt öffentlich für Debatten, da keine Ausschreibung erfolgt war.
20. November 2025
Im Weinkeller von Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck findet eine Unterredung zwischen ihm, seinem Mitarbeiter Christoph Biegelmayer, SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy und SWV-Chef Marko Fischer statt, die heimlich aufgezeichnet wurde.
Jänner 2026
Das Nachrichtenmagazin profil berichtet über Postenschacher-Vorwürfe gegenüber Ruck. Er soll dafür gesorgt haben, dass seine Söhne Posten in der Unfallversicherung, in der Pensionsversicherung bzw. als Kandidat in der Wiener ÖVP bekamen.
17. Juli 2026
Profil und Kronen Zeitung veröffentlichen Auszüge aus den Protokollen der Tonbandaufnahmen, die in Rucks Weinkeller entstanden sind.
Demnach erzählt Ruck in der vertraulichen Runde freimütig, wie er für Juraczka bei SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig interveniert hat. In der Öffentlichkeit für Empörung sorgen nicht zuletzt Äußerungen, in denen er sich frauenfeindlich über Ludwigs Parteikollegin, Vizebürgermeisterin Barbara Novak, äußert. Später werden auch noch Gesprächspassagen bekannt, in denen er abschätzig über Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) spricht. Dieser sei ein „Typ Sachbearbeiter“. Unternehmer aus Oberösterreich bezeichnet er als „degeneriert“.
20. Juli 2026
Nachdem ÖVP-Chef Christian Stocker (Bild) zunächst betont hatte, die Causa berühre die Bundespartei nicht, fordert er nun von Ruck eine Aufklärung der Vorwürfe. Am selben Tag betont auch WKO-Präsidentin Martha Schulz, dass sie davon ausgehe, dass Ruck die richtigen Schritte setzen werde. Die folgenden Tage fordern verschiedene ÖVP-Spitzenfunktionäre offen den Rücktritt Rucks. Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig verteidigt ihn hingegen in der Öffentlichkeit. Ruck selbst weist alle Vorwürfe zurück.
24. Juli 2026
Die ÖVP schließt Ruck aus der Partei aus, da er nicht an der Klärung der Vorwürfe mitgewirkt habe und damit dem Ansehen der Partei schade. Ruck hatte in einem internen Schreiben vor der Vorstandssitzung von einer Kampagne gegen ihn gesprochen. Auch jetzt tritt er nicht zurück.
29. Juli 2026
Der Sender oe24.tv veröffentlicht die Namen der bei der Weinkeller-Runde beteiligten Männer. SWV-Chef Marko Fischer wehrt sich gegen den Vorwurf, er sei im Besitz der Tonband-Aufnahme und verantwortlich für deren Weitergabe an die Öffentlichkeit.
30. Juli 2026
Via Aussendung um 10.37 Uhr teilt der Wirtschaftsbund Wien mit, dass Walter Ruck sein Amt als Obmann des Wirtschaftsbundes Wien und Präsident der WK Wien zurücklegt - und Margarete Kriz-Zwittkovits übernimmt.
Causa Ruck
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